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DGB-Ausbildungsreport 2026: Warum Orientierung schon vor Ausbildungsbeginn wichtig ist

Der DGB-Ausbildungsreport 2026 zeigt, wie wichtig erreichbare Ansprechpartner und verlässliche Betreuung während der Ausbildung sind. Gerade für private Bildungsanbieter beginnt diese Aufgabe jedoch früher: Bereits im Admissionsprozess brauchen junge Menschen Orientierung, persönliche Erreichbarkeit und Sicherheit bei ihrer Entscheidung.

Der DGB-Ausbildungsreport 2026 richtet den Blick besonders auf die mentale Gesundheit von Auszubildenden. Befragt wurden 13.227 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten dualen Ausbildungsberufen.

Der Report beschreibt damit zunächst die Situation während der Ausbildung. Er zeigt, dass junge Menschen ihre Ausbildung nicht nur fachlich, sondern auch persönlich als herausfordernd erleben können. Gleichzeitig wird deutlich, welche Bedeutung erreichbare Ansprechpartner, verlässliche Betreuung und gute Ausbildungsstrukturen haben.

Die politischen Forderungen der DGB-Jugend sind nicht Gegenstand dieses Beitrags. Entscheidend ist hier ein anderer Punkt: Die Zahlen machen sichtbar, wie wichtig Orientierung, persönliche Erreichbarkeit und Vertrauen für junge Menschen im Ausbildungskontext sind.

Für mich als Beraterin für Admissionsprozesse in privaten Bildungsunternehmen entsteht daraus eine weiterführende Frage:

Beginnt dieser Bedarf nach Orientierung, Sicherheit und persönlicher Begleitung wirklich erst am ersten Ausbildungstag?

Aus meiner Erfahrung lautet die Antwort: nein.

Orientierung wird schon vor Ausbildungsbeginn wichtig

Junge Menschen bringen ihre Fragen, Unsicherheiten und ihren Unterstützungsbedarf häufig schon in die Entscheidungs- und Aufnahmephase mit. Sie überlegen, ob der Beruf zu ihnen passt, ob sie den Anforderungen gewachsen sind und ob sie sich an der jeweiligen Schule gut aufgehoben fühlen.

Genau hier kann ein professioneller Admissionsprozess einen entscheidenden Beitrag leisten.

Es geht nicht darum, junge Menschen möglichst schnell zu einem Vertragsabschluss zu bewegen. Es geht darum, sie ehrlich zu beraten, persönlich zu begleiten und aktiv zu einer guten Entscheidung zu führen.

Eine gute Entscheidung ist dabei immer ein Gewinn für beide Seiten: Die Schule gewinnt einen passenden jungen Menschen, von dem sie annimmt, dass er die Ausbildung erfolgreich abschließen kann. Und der junge Mensch gewinnt die Sicherheit, eine Ausbildung oder Schule gewählt zu haben, die zu ihm passt und die er sich zutraut.

Persönliche Begleitung sollte vor dem ersten Schultag beginnen

Schulen und Ausbildungsorte denken Begleitung häufig innerhalb ihres eigenen Rahmens: vom ersten Schultag bis zum Abschluss. Der junge Mensch erlebt seine Entscheidung aber schon Monate vorher.

Er fragt sich: Passt dieser Beruf zu mir? Kann ich das schaffen? Ist diese Schule die richtige? Werde ich dort gesehen?

Deshalb sollte persönliche Begleitung nicht erst mit dem Unterricht beginnen. Sie sollte dort einsetzen, wo ein junger Mensch zum ersten Mal ernsthaftes Interesse zeigt.

Vertrauen entsteht nicht erst in der Ausbildung. Es entsteht dort, wo ein junger Mensch zum ersten Mal merkt: Die interessieren sich wirklich für mich, hier fühle ich mich gut aufgehoben.

Das beginnt mit schneller persönlicher Kontaktaufnahme, ehrlicher Beratung, klaren nächsten Schritten und einer Begleitung, die nach der Anmeldung nicht plötzlich abbricht.

Denn eine Anmeldung ist noch keine stabile Bindung.

In Gesprächen mit Schulen höre ich immer wieder von Absagen kurz vor dem ersten Schultag. Manche junge Menschen bekommen kalte Füße. Andere spielen mit einer Zusage auf Sicherheit und vergleichen weiter.

Die Zeit zwischen Anmeldung, Vertrag und erstem Schultag ist deshalb keine reine Wartezeit. Sie ist eine wichtige Bindungs- und Begleitphase.

Was Bildungsanbieter daraus für ihren Admissionsprozess ableiten können

Erstens: Die Aufnahme endet nicht mit der Anmeldung.
Ein guter Admissionsprozess sorgt dafür, dass Erwartungen, Ansprechpartner und möglicher Unterstützungsbedarf bereits vor dem Start geklärt sind. Die zentrale Frage lautet nicht nur: Ist die Anmeldung vollständig? Sondern auch: Ist der junge Mensch ausreichend sicher, gut informiert und persönlich angebunden, um verlässlich zu starten?

Zweitens: Nicht automatisch das beste Bildungsangebot gewinnt.
Viele Schulen vermuten bei sinkenden Anmeldungen zuerst ein Qualitätsproblem. Doch Interessenten können die tatsächliche Qualität eines Angebots vor ihrer Entscheidung nur begrenzt beurteilen. Auf dem Papier ähneln sich viele Ausbildungen, Kurse und Abschlüsse. Häufig gewinnt deshalb die Schule, die schneller reagiert, klarer führt, besser zuhört und mehr Sicherheit im Entscheidungsprozess vermittelt – oder einfach nur netter im Kontakt ist.

Entscheidend ist nicht nur das Angebot. Entscheidend ist, was nach der ersten Anfrage passiert.

Drittens: Digitale Informationen ersetzen keine persönliche Erreichbarkeit.
Webseiten, Formulare, automatische E-Mails und CRM-Systeme verbessern den Prozess deutlich. Sie machen Informationen schneller verfügbar und helfen Teams, den Überblick zu behalten.

Der Denkfehler beginnt dort, wo Schulen glauben, eine gehaltvolle Website könne persönliche Beratung ersetzen. Junge Menschen entscheiden sich nicht nur anhand von Informationen. Sie wollen erleben, ob eine Schule erreichbar ist, reagiert und Orientierung gibt.

Wenn diese Erfahrung ausbleibt, entsteht schnell ein Urteil: Dort meldet sich niemand. Dort bekomme ich keine Antwort. Dort fühle ich mich nicht gut aufgehoben. Dann wenden sich Interessenten ab — nicht unbedingt, weil das Bildungsangebot schlechter ist, sondern weil sich niemand persönlich engagiert.

Erfolgreiche Digitalisierung bedeutet deshalb nicht, den Aufnahmeprozess möglichst kontaktarm zu gestalten. Sie bedeutet, digitale Wege so einzusetzen, dass persönliche Begleitung verlässlicher, schneller und besser organisiert werden kann.

Wie digitale Admissionsprozesse persönliche Begleitung ermöglichen

Genau hier setzt digiSuS+ an.

Der digitale Admissionsprozess soll persönliche Begleitung nicht ersetzen. Er soll sie ermöglichen.

Wiederkehrende Aufgaben können digital unterstützt werden: Informationsversand, Erinnerungen, Dokumentation, Terminorganisation, Nachfasslogik, Statusübersichten und Auswertungen.

Dadurch werden Teams entlastet. Und genau dieser Freiraum ist entscheidend.

Denn die wertvollste Zeit im Admissionsprozess entsteht nicht beim manuellen Versenden wiederkehrender E-Mails oder beim Suchen nach Gesprächsnotizen. Sie entsteht im persönlichen Gespräch: im Nachfragen, Zuhören, Klären von Erwartungen und im Aufbau von Vertrauen.

Ein professioneller Admissionsprozess sorgt dafür, dass keine Anfrage verloren geht, nächste Schritte klar sind und junge Menschen nicht allein durch eine wichtige Entscheidung gehen müssen.

Orientierung beginnt vor dem ersten Ausbildungstag

Der DGB-Ausbildungsreport 2026 beschreibt die Situation während der Ausbildung. Für private Bildungseinrichtungen lohnt sich jedoch der Blick auf die Phase davor.

Denn Unsicherheit beginnt nicht erst am ersten Schultag. Vertrauen auch nicht.

Viele Rückzieher vor Ausbildungsbeginn und manche frühen Abbrüche entstehen möglicherweise schon in einer Entscheidungsphase, in der junge Menschen Orientierung, Sicherheit und persönliche Begleitung brauchen. Schulen, die intensiv beraten, erzählen mir immer wieder, dass junge Menschen mit festen Vorstellungen ins Gespräch kommen und am Ende des Gesprächs feststellen, dass ein anderer Ausbildungsgang ihnen viel mehr liegt und ihnen viel mehr Möglichkeiten bietet.

Ein professioneller Admissionsprozess setzt genau dort an.

Nicht um Menschen zu einer Anmeldung zu drängen. Sondern um ihnen zu einer guten Entscheidung zu verhelfen.

Für die Schule. Und für den jungen Menschen.